Dienstag, 13. Oktober 2009

Frankenweine vom Dorsch

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Im September packten wir den Weinkarton nun endlich aus, den uns noch mein inzwischen leider verstorbener Hauswinzer Willi Dorsch überreichte.

Ein paar Zugaben von Werner, Wolfgang und mir ergänzten die Auswahl, die wir uns bei unserem letzten Besuch in Eibelstadt eher spontan zusammenstellen ließen. Die Nachfrage nach den leckeren Tropfen überstieg inzwischen deutlich die Ladekapazität meines kleinen Polo Classics. Und so nahmen wir uns vor die Hauptlieferung per Spedition besorgen zu lassen. Und das lohnt sich in der Tat, wie ich nach der Aufrechnung der einzelnen Bestellwünsche feststellen konnte.


Verkostet haben neben Wolfgang, Werner und mir noch Verena, Lena, Ute und Gebhard. In einem zunehmend vergnüglichem Rahmen, was natürlich nicht nur am ausgezeichneten Wein lag, sondern auch an den unterhaltsamen Gästen.

Folgende Weine wurden probiert:
  • 2008 Eibelstädter Kapellenberg, Müller-Thurgau - halbtrocken (Literflasche)
  • 2008 Eibelstädter Teufelstor, Müller-Thurgau - fränkisch trocken (Literflasche)
  • 2008 Eibelstädter Kapellenberg,Silvaner - fränkisch trocken (Literflasche)
  • 2008 Eibelstädter Kapellenberg, Rotling (Literflaflasche)
  • 2008 Eibelstädter Kapellenberg, Scheurebe, Spätlese (Bocksbeutel)
  • 2008 Eibelstädter Kapellenberg, Silvaner - trocken, Spätlese (Bocksbeutel)
  • 2008 Eibelstädter Kapellenberg, Scheurebe - feinherb, Kabinett (Bordeauxflasche)
  • 2008 Blanc de noir - trocken, Kabinett (Bordeauxflasche)
  • 2008 Eibelstädter Kapellenberg, Schwarzriesling - trocken (Bocksbeutel)
  • 2008 Eibelstädter Kapellenberg, Spätburgunder - trocken (Bocksbeutel)
  • 2008 Eibelstädter Kapellenberg, Frühburgunder - trocken (Bocksbeutel)
Der sicher ungewöhnlichste Wein fand den größten Zuspruch: Der Blanc de noir, ein aus roten Trauben gekelterter weißer Wein, der aber nach deutschem Weinrecht ein Roséwein ist. Der Saft der meisten Weinbeeren ist hell, gleichgültig, welche Farbe die Schale hat. Wird der Saft vor der Gärung von den Schalen getrennt, erhält man hellen Wein. Das ist das übliche Verfahren, um in Frankreich aus Chardonnay, Pinot Noir (Spätburgunder) und Pinot Meunier (Schwarzriesling) einen Champagner zu erzeugen. Dabei soll die Verwendung von Pinot Noir dem Champagner Gewicht und Körper verleihen. Doch zurück zu unserem Glas! Deutliche Noten vom Spätburgunder umspielten die Zunge differenziert und nachhaltig. Der weiße Rote verleitet immer wieder zum Nachschmecken. Kaum vorstellbar, dass er einem irgendwann einmal überdrüssig werden könnte. Allein die Frage blieb ungeklärt, was sich den für eine Speise mit ihm vertrüge...

Das ist beim Tagessieger, dem Silvaner aus der Literflasche, überhaupt kein Problem. Er passt zu feinem Fisch genausogut wie zu einer deftigen Brotzeit. Und als Schoppenwein ist er ungeschlagen! Sehr klarer Silvaner mit ausbalanciertem Frucht-Säure-Spiel. Und für den Preis ein echtes Schnäppchen. Allein für diese Partie hätte sich schön der Einsatz der Spedition gelohnt. Für mich gehört der Silvaner des Weinguts Dorsch seit fast vier Jahrzehnten zum festen Weinbestand. Und wenn ich nicht weiß worauf ich jetzt Appetit habe, dieser Silvaner ist immer richtig!

Von den Rotweinen konnten besonders die Burgunder überzeugen. Nach etwas Reifung auf der Flasche ist es besonders der Frühburgunder, der alle überzeugen konnte. Rund und mit fruchtiger Fülle bleibt er erfrischend lebendig. Die einzelnen Nuancen verbinden sich sehr harmonisch, werden aber nicht zu opulent oder gar breiig. Gut zum Essen, aber auch einfach so. Er kann durchaus eine leichte Kühlung vertragen, ohne zu verlieren.

Keine Frage, auch die anderen Weine waren allesamt jeden Schluck wert. Leider ging die Scheurebe etwas unter. Unter Umständen könnte sie auch einmal ganz alleine zum Thema einer Weinprobe werden. Vergleich von Main- und Steigerwaldweinen?

Wenn wir Glück haben, dann kommt der Wein noch in den Ferien im kühlen Norden an! Spart schon mal, damit Ihr ihn auch bezahlen könnt!
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